Kinderchance y Handwerk 3000
2000 fing alles mit einem kleinen Kindergarten an – hoch oben in den guatemaltekischen Bergen, auf 1.800 Metern Höhe. Heute begleitet die Schule täglich 500 Kinder und Jugendliche, vom zweijährigen Kleinkind bis zur Abiturientin.
Gegründet von Brunhilde de Grajeda und Hermann Oßwald. Brunhilde kam 1972 mit ihrem Mann nach Guatemala, verlor ihn 1981 durch ein Attentat – und traf irgendwann eine Entscheidung, die ihr Leben von Grund auf veränderte: Von nun an sollte es armen, indigenen Kindern gehören. Seitdem lebt sie auf dem Schulgelände und reist jedes Jahr nach Ulm, um Spenden zu sammeln. In Guatemala gibt es zwar Schulpflicht – doch die Realität sieht anders aus. Bis zu 60 Kinder pro Klasse, nur stundenweiser Unterricht, 60 Prozent Analphabetismus unter der indigenen Bevölkerung. Kinderchance durchbricht diesen Kreislauf: mit angepassten Schulgebühren, täglichen Schulbussen und Unterricht vom Kindergarten bis zum Abitur.
Lacrima
Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche, Ulm
Eines unserer ausgewählten Spendenprojekte ist Lacrima Ulm / Neu-Ulm. Wenn ein Elternteil oder ein Geschwisterkind stirbt, trifft das Kinder und Jugendliche mit voller Wucht. Und trotzdem stehen sie dabei oft allein da. Freunde wissen nicht, was sie sagen sollen. Der überlebende Elternteil kämpft mit seiner eigenen Trauer. Gerade in Patchwork-Familien oder bei Alleinerziehenden fehlen einfach die Menschen, die ein Kind in diesem Moment wirklich braucht.
Unverarbeitete Trauer verschwindet nicht. Sie gräbt sich ein – und kann das Leben eines Menschen noch weit über die Kindheit hinaus prägen.
Genau da setzt Lacrima an. Das Projekt der Johanniter schafft einen geschützten Raum, in dem Kinder und Jugendliche ihren ganz eigenen Weg durch die Trauer finden können. In regelmäßigen Gruppenstunden erleben sie: Meine Gefühle dürfen da sein. Ich bin damit nicht allein.
Kinder reden selten über Schmerz – sie spielen, malen, toben. Lacrima lässt das zu. Bewusst. Mit ruhigen Ritualen, echtem Verständnis und der Gemeinschaft mit Gleichaltrigen, die Ähnliches erlebt haben.
Familia Ya Milibla e.V.
Eines unserer ausgewählten Spendenprojekte ist FAMILIA YA MILIBLA e.V. aus Bonn. 2018 sind Lisa Krumbach und Miriam Boslak nach dem Abi einfach losgefahren – drei Monate Tansania, kein großer Plan, einfach mal schauen. Was sie in Ludihani im Süden des Landes erlebt haben, ließ sie nicht mehr los.
Die Kinder nannten sie „Sister“. Es war familiär, nah, auf Augenhöhe – nichts von dem, was man sich vielleicht unter einem klassischen Auslandsaufenthalt vorstellt. Und als die drei Monate vorbei waren, stand für beide fest: Das war kein Abschluss. Das war ein Anfang.
Zurück in Deutschland haben Lisa und Miriam zusammen mit Blandina William N’Golle einen Verein gegründet. Der Name sagt eigentlich alles: Familia ya Milibla – „Familie von Milibla“, zusammengesetzt aus den Anfangsbuchstaben von Miriam, Lisa und Blandina. Drei Frauen, eine echte Verbindung, ein gemeinsames Ziel.
Heute engagiert sich der Verein konkret für Mädchen der Klassen 4 bis 7 an der Primary School in Ludihani. Es geht um Bildung – aber nicht als abstraktes Konzept, sondern als etwas, das wirklich ankommt.